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Vorwort Zweck dieser Broschüre Dieser Leitfaden stellt eine Zusammenstellung wichtiger Grundlagen rund um die Nutzung und Auswertung der Schaublätter von EC-Tachographen und Tachographen der Marke KIENZLE dar. Die beschriebenen Informationen zeigen: eine Übersicht der Tachographentypen mit markanten Merkmalen der Funktion und Bedienung den korrekten Einsatz der Schaublätter die Zuordnung, welches Schaublatt in welchem Tachographentyp eingesetzt werden darf die Möglichkeiten der Schaublatt-Auswertung und den wirtschaftlichen Nutzen die häufigsten Manipulationen und deren Rechtsfolgen. Das erworbene Fachwissen unterstützt Kontrollorgane und Unternehmer, die Aufzeichnungen der Schaublätter präzise zu interpretieren und für ihre Belange einzusetzen. Die Ausarbeitung dieser Broschüre wurde sorgfältig geprüft. Dennoch wird keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernommen! © 09/2003 Siemens VDO Trading GmbH Alle Rechte vorbehalten Siemens VDO Trading GmbH Heinrich-Hertz-Straße 45 D-78052 Villingen-Schwenningen www.vdo.com
Allgemeines zu EC-Tachographen, Tachographen und Schaublättern Tachographen der Marke KIENZLE werden seit über 60 Jahren produziert und entwickelt. Sie zeichnen auf den Schaublättern auch Diagrammscheiben genannt Lenk- und Ruhezeiten, Geschwindigkeiten und andere Fahrzeugaktivitäten zuverlässig auf.
Der EC-Tachograph (Kontrollgerät
gemäß Verordnung EWG Nr. 3821/85) hat für die Überwachung
der Sozialvorschriften im Straßenverkehr große Bedeutung erlangt.
Geschwindigkeit, gefahrene Wegstrekke und die vier vorgeschriebenen Zeitgruppen
zeichnet der Tachograph auf dem Schaublatt auf. Der EC-Tachograph ist in zwei
Ausführungen vorhanden:
Standard-EC-Tachograph
Bei diesem EC-Tachographen muss der Fahrer mit Fahrtbeginn manuell die
"Lenkzeit" anwählen.
Die Aufzeichnung der Zeitgruppen erfolgt als Stufendiagramm.
Automatik-EC-Tachograph
Bei diesem EC-Tachographen wird beim Anfahren automatisch "Lenkzeit"
aufgezeichnet. Demzufolge fehlt das Symbol für "Lenkzeit" am
Zeitgruppenschalter.
Die Aufzeichnung der Zeitgruppen erfolgt als Balkendiagramm.
Anstelle der vier Zeitgruppen zeichnen
Tachographen auch Fahrtschreiber oder NEC-Tachographen genannt
lediglich Fahr- und Haltezeiten des Fahrzeugs auf. Mit der Option Fahrerwechselregistrierung
besteht die Möglichkeit, die Fahrzeiten von bis zu drei Fahrern unterscheidbar
aufzuzeichnen.
Die Schaublätter auch Diagrammscheiben genannt sind den unterschiedlichen Geräten angepasst. Deshalb dürfen Schaublätter nur in entsprechenden Tachographen verwendet werden. Das Schaublatt muss den gleichen Geschwindigkeitsbereich wie der ECTachograph bzw. Tachograph aufweisen und für Standard- und/oder Automatikgeräte bestimmt sein.
Sowohl alle Tachographen als auch
die zugehörigen Schaublätter unterliegen Zulassungsverfahren, die
von autorisierten Behörden durchzuführen sind. Tachograph und Schaublatt
weisen entsprechende Prüfzeichen auf:
Auf dem Schaublatt sind die Prüfzeichen aller EC-Tachographen /
Tachographen angegeben, in denen das Schaublatt verwendet werden darf.
Das Prüfzeichen des EC-Tachographen / Tachographen ist auf dem Typenschild
ersichtlich.
Zusätzlich zu der gesetzlich
vorgeschriebenen Erfassung von Geschwindigkeit, Wegstrecke und Zeitgruppen sind
auch weitere Aufzeichnungen durch Zusatzeinrichtungen zulässig.
Beispielsweise können Kraftstoffverbrauch, Motordrehfrequenz oder Einschaltdauer
bestimmter Arbeitsgruppen (Einsatz von Blaulicht, Martinshorn etc.) aufgezeichnet
werden. Neben der vorgeschriebenen Verwendung ist eine wirtschaftliche Nutzung
des Tachographensystems zur Optimierung der Fuhrparkauslastung möglich.
In Fahrzeugen zum gewerblichen Personen-
und Güterbeförderungsverkehr mit einem zulässigen Gesamtgewicht
von mehr als 3,5 t ist von wenigen Ausnahmen abgesehen der Einbau
eines EC-Tachographen vorgeschrieben, wenn das Fahrzeug in der Europäischen
Gemeinschaft zugelassen ist. Dies betrifft auch Fahrzeuge, die bei Anhängerbetrieb
über 3,5 t Gesamtgewicht aufweisen. (VO EWG Nr. 3821/85) Dabei entsprechen
die EC-Tachographen den Bestimmungen der Europäischen Union, die in der
Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 niedergelegt sind.
Für Fahrzeuge über 2,8
bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht kann der Unternehmer wählen zwischen
einem persönlichen Kontrollbuch des Fahrers oder
dem Einsatz eines Tachographen
Beim Einsatz eines Tachographen müssen auf dem Schaublatt Arbeitsbeginn
und Arbeitsende sowie die Ruhepausen entsprechend markiert werden. Für
bestimmte, vom EG-Recht ausgenommene Fahrzeuge sind die Verpflichtungen zum
Einbau eines Tachographen gemäß § 57a StVZO zu beachten (VO
EWG Nr. 3820/85 Art. 4, 14). Anstelle der Tachographen kann auch ein EC-Tachograph
eingebaut sein.
EC-Tachograph 1311 (Baujahr
seit 1974)
Antrieb mechanisch, mittels biegsamer Welle.
Die Angleichung der Wegdrehzahl des Fahrzeugs an die Konstante des EC-Tachographen
erfolgt durch ein Angleichgetriebe.
EC-Tachograph 1314 (Baujahr
seit 1980)
EC-Tachograph mit elektronischem Messsystem.
Die Impulse für Wegstrecke, Geschwindigkeit und Lenkzeit erhält
dieser EC-Tachograph über eine 3-adrige Zuleitung vom Impulsgeber am Getriebe.
Die Angleichung erfolgt über Bereichsumschalter und Potentiometer.
Besonderheit Automatik- / Standardgerät
Das Automatikgerät schaltet beim Anfahren selbstständig auf
"Lenkzeit" bzw. beim Anhalten auf die zuvor eingestellte Zeitgruppe.
Beim Standardgerät muss der Fahrer den Zeitgruppenschalter bei jedem
Wechsel der Zeitgruppe betätigen.
Typenschild / Einbauschild
Nach dem Öffnen des Gerätedeckels sind ersichtlich:
Typenschild mit Hersteller, Gerätetyp, Baujahr, Prüfzeichen
und Seriennummer
Einbauschild.
Optische Funktionskontrolle
Die Lampe leuchtet, wenn ...
kein Schaublatt im Gerät ist
der Gerätedeckel offen ist
Schreibstift(e) defekt ist (sind).
Gerätevarianten
Standard-Ausführung
1311- / 1314-35 1-Fahrer mit Drehfrequenz-Registrierung*
1311- / 1314-36 1+2-Fahrer mit Drehfrequenz-Registrierung
1311- / 1314-37 1+2-Fahrer
Automatik-Ausführung
1311- / 1314-24 1-Fahrer*
1311- / 1314-25 1-Fahrer mit Drehfrequenz-Registrierung*
1311- / 1314-26 1+2-Fahrer mit Drehfrequenz-Registrierung
1311- / 1314-27 1+2-Fahrer
* Zeitgruppenschalter für Fahrer-2 entfällt
Kienzle EC-Kompakt-Tachograph
1318
Abb. 5: Kompakt-Tachograph KTCO 1318; Baujahr seit 1984
Automatikgerät mit elektronischem Messsystem und elektronischer
Angleichung (EA).
Doppelimpuls vom Impulsgeber am Getriebe für Wegstrecke, Geschwindigkeit
und Selbstdiagnose.
Die Angleichung erfolgt über DIP-Schalter.
Bei Unterbrechung der Spannungsversorgung oder Gebersignalzuführung
erfolgt ein Zeigerausschlag und eine entsprechende Aufzeichnung auf dem Schaublatt.
Optische Funktionskontrolle, wie bei EC-Tachograph 1314.
Typenschild und Einbauschild sind nach Öffnen des Gerätedeckels
ersichtlich.
Gerätevarianten
1318-24 1-Fahrer*
1318-25 1-Fahrer mit Drehfrequenz-Registrierung*
1318-26 1+2-Fahrer mit Drehfrequenz-Registrierung
1318-27 1+2-Fahrer
* Zeitgruppenschalter für Fahrer-2 entfällt
Kienzle EC-Flach-Tachograph 1319
Abb. 6: Flach-Tachograph FTCO 1319; Baujahr seit 1992
Automatikgerät mit elektronischem Messsystem und programmierbarer
Angleichung.
Der FTCO 1319 ist unter einer Plexiglasscheibe im Armaturenbrett des
Fahrzeugs eingebaut.
Das Einziehen und Auswerfen des Schaublatts erfolgt über den Einzugsschacht.
Außer Geschwindigkeit und Uhrzeit sind alle Anzeigen in der Multifunktionsanzeige
integriert, beispielsweise die Funktionskontrolle.
Spannungsversorgung und Impulssignale werden überwacht, wie bei
KTCO 1318.
Das Typenschild ist nach Entfernen der Blende ersichtlich.
Das Einbauschild befindet sich gut sichtbar am Türholm, am Sitzkasten
oder an der Lenksäule des Fahrzeugs.
Gerätevarianten
1319-24 1-Fahrer*
1319-25 1-Fahrer mit Drehfrequenz-Anzeige*
1319-26 1+2-Fahrer mit Drehfrequenz-Anzeige
1319-27 1+2-Fahrer
* Zeitgruppenschalter und Einzugsschacht für Fahrer-2 entfallen.
Kienzle Modularer Tachograph MTCO 1324
Abb. 7: Modularer Tachograph MTCO 1324, Baujahr seit 1998
Abb. 8: Modularer Tachograph MTCO 1324 mit geöffneter Schublade
Gegenüber den herkömmlichen EC-Tachographen erfolgt eine Trennung
zwischen Registriereinheit und Anzeigeeinheit.
Der MTCO 1324 ist in einem Radiofach nach DIN-ISO 7736 im unmittelbaren
Sichtbereich des Fahrers eingebaut.
Automatikgerät mit elektronischem Messsystem und programmierbarer
Angleichung.
Automatisches Umschalten bei Fahrt
für Fahrer-1 Lenkzeit " "
für Fahrer-2 Bereitschaftszeit " "
Automatisches Umschalten von Beginn und Ende der Sommerzeit.
Display mit ...
Automatisches Melden von Störungen am Gerät oder einer Systemkomponente.
Die Ursache der Störung ist aus dem Menü Fehlerspeicher ersichtlich;
einzelne Störungen werden auf dem Schaublatt registriert.
Das Typenschild ist nach Öffnen der Schublade ersichtlich.
Das Einbauschild befindet sich an einem geschützten Bereich der
Karosserie; beispielsweise am Türholm oder neben dem Fabrikschild des Fahrzeugs.
Anmerkung
Der MTCO 1324 wird mit dem
Impulsgeber KITAS 2170 betrieben*. Die Kommunikation ist verschlüsselt
und erreicht ein hohes Sicherheitsniveau gegen Manipulation. Dadurch ist das
gepanzerte Verbindungskabel zwischen Tachograph und Impulsgeber nicht mehr erforderlich!
* Bei Nachrüstung des MTCO 1324 (Stand alone) kann der Impulsaufbereiter
X10-415-00-013 anstelle des KITAS 2170 eingesetzt sein.
Gerätevarianten
MTCO 1324 mit arretierter oder klappbarer Schublade
MTCO 1324 mit Sonderausstattung
Drehfrequenzaufzeichnung 3300 min-1
Zusatzaufzeichnung
Digitale Geschwindigkeitsanzeige
Kienzle Tachograph 1308, 1310,
Mini 1315, KTCO 1318
Abb. 9: Tachograph 1308/1310; Baujahr seit 1970 bzw. 1980
Mini 1315; Baujahr seit 1986
Abb. 10: Tachograph KTCO 1318; Baujahr seit 1984
Antrieb
1308 mechanisch über biegsame Welle
1310, 1315 und 1318 elektronisches Messsystem.
Die Impulse für Wegstrecke, Geschwindigkeit und Fahrzeit erhält der
Tachograph über eine 3-adrige Zuleitung vom Impulsgeber am Getriebe.
Angleichung
1308 durch Angleichgetriebe
1310 und 1315 durch Bereichsumschalter und Potentiometer
1318 durch DIP-Schalter
Registrierdauer
Alle Tachographen gibt es in den Ausführungen
1-Tag-Gerät und
7-Tage-Gerät
Fahrerwechselregistrierung
Für drei Fahrer können die Fahrzeiten unterscheidbar aufgezeichnet
werden.
Die Geräte 1308, 1310, 1315 mit Fahrerwechselregistrierung sind
erkenntlich an den Ziffern 1 und 2 rechts und links vom Deckelschloß (3.
Fahrer = Mittelstellung des Schlüssels).
Die 1318-Geräte mit Fahrerwechselregistrierung sind durch den zusätzlichen
Drehknopf erkennbar, siehe Abb. 10 (3. Fahrer = Mittelstellung des Drehknopfes).
Weitere Optionen
Drehfrequenz-Registrierung (außer Mini 1315)
Typenschild / Einbauschild
Nach Öffnen der Tachographen ist das Typenschild sowie Einbauschild ersichtlich.
Kienzle Tachograph FTCO 1319 und MTCO 1390
Abb. 11: Flach-Tachograph FTCO 1319; Baujahr seit 1992
Abb. 12: Tachograph MTCO 1390; Baujahr seit 2000
7-Tage-Gerät mit Fahrerwechselregistrierung
Antrieb
Beide Tachographen, FTCO 1319 und MTCO 1390, haben ein elektronisches
Messsystem. Die Impulse für Wegstrecke, Geschwindigkeit und Fahrzeit erhält
der Tachograph über eine 3- bzw. 4-adrige Zuleitung vom Impulsgeber am
Getriebe.
Hinweis
Je nach Variante des MTCO 1390 kann sowohl der Impulsgeber 2159 als auch der
KITAS 2170 verwendet werden.
Angleichung
Bei beiden Tachographen erfolgt die Angleichung über programmierbare
Speicher.
Registrierdauer
bei 1319: 1-Tag
bei 1390: 1-Tag- oder 7-Tage
Fahrerwechselregistrierung (nur MTCO 1390)
Das Einstellen des aktiven Fahrers erfolgt über die Taste "
". Der MTCO 1390 kann die Fahrzeit von bis zu 3 Fahrern aufgezeichnen.
Drehfrequenzaufzeichnung
Die Option ist beim MTCO 1390 möglich:
MTCO 1390 1-Tag-Gerät, Aufzeichnung analog auf der Rückseite
des Schaublatts.
MTCO 1390 7-Tage-Gerät, Aufzeichnung in Balkenform auf der Vorderseite
des Schaublatts.
Weitere Merkmale wie Position des Typenschilds und Platzierung des Einbauschilds
sind analog zu der Gerätebeschreibung EC-FTCO 1319 bzw. MTCO 1324.
Position der Plombierstellen
Der Tachograph darf nur von autorisierten Personen installiert und repariert
werden. Als Schutz vor unsachgemäßen Eingriffen sind deshalb Tachograph
und Zuleitungen verplombt. Je nach Gerätetyp und Fortschritt der Technik
sind die geforderten Plombierstellen unterschiedlich platziert. Die nachfolgende
Tabelle vermittelt einen Überblick der wichtigsten Plombiermittel und Plombierstellen.
Typ Tachograph geöffnet Tachographen-Rück- und Außenseite Angleichgetriebe,
Impulsgeber und Geberleitung
Allgemein
Beim EC-Tachographen ist das Schaublatt personenbezogen und
folglich nicht auf andere Personen übertragbar!
Der Fahrer muss das Schaublatt aus dem EC-Tachographen entnehmen:
bei einem Fahrer- oder Fahrzeugwechsel
bei Arbeitsende
spätestens nach 24 Stunden.
Zuordnung der EC-Schaublätter
zum EC-Tachographen
Das Prüfzeichen und die Zulassungsnummer des EC-Tachographen stehen
auf dem Typenschild. Diese beiden Angaben müssen auf der Rückseite
des Schaublatts aufgeführt sein (z. B. 83).
Außerdem muss der Messbereichsendwert von EC-Tachograph und Schaublatt
übereinstimmen (z. B. 125 km/h).
Bei Drehfrequenz-Registrierung muss zusätzlich der Endwert für
die Drehfrequenz von EC-Tachograph und Schaublatt übereinstimmen.
Abb. 14: Handschriftliche Eintragungen auf der Vorderseite Handschriftliche
Eintragungen auf der Vorderseite
Vor der Fahrt sind einzutragen ...
Name und Vorname des Fahrers
Abfahrtsort
Einlegedatum (obere Zeile)
Amtliches Kennzeichen des Fahrzeugs
Kilometerstand bei Arbeitsbeginn
Nach der Fahrt sind einzutragen ...
Ankunftsort
Entnahmedatum (untere Zeile)
Kilometerstand bei Arbeitsende
Gefahrene Kilometer (können eingetragen werden)
Abb. 15: Handschriftliche Eintragungen auf der Rückseite
Handschriftliche Eintragungen auf der Rückseite
(1) Beispielsweise muss der Fahrer
die Arbeits- und Ruhezeitenzeiten
manuell nachtragen, wenn ...
das Fahrpersonal Arbeiten in nicht unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs
ausführte und deshalb den Tachographen nicht bedienen konnte
oder die Zeitgruppenregistrierung ausgefallen ist.
(2) Im Innenfeld können bis zu 3 Fahrzeugwechsel vermerkt werden. Es sind
einzutragen:
Uhrzeit des Fahrzeugwechsels
Kilometerstand bei Arbeitsbeginn
Amtliches Kennzeichen
Kilometerstand nach Arbeitsende
gefahrene Kilometer
Messbereichsendwert beachten!
Abb. 16: Aufzeichnungen bei Automatik-EC-Tachographen
Automatische Aufzeichnungen auf der Vorderseite
(1) Geschwindigkeitsaufzeichnung
(2) Zusatzsaufzeichnung (Option)
(3) Zeitgruppenaufzeichnung
(4) Wegstreckenaufzeichnung
(5) Drehfrequenzaufzeichnung
a) Zeitgruppenaufzeichnung bei Automatik-Geräten
Die Aufzeichnung erfolgt als Balkendiagramm.
Die Lenkzeit wird bei Fahrtbeginn automatisch aufgezeichnet.
Abb. 17: Aufzeichnungen bei Standard-EC-Tachographen
b) Zeitgruppenaufzeichnung bei Standard-Geräten
Der Aufzeichnung erfolgt als Stufendiagramm. Bei Fahrtbeginn muss der Fahrer
den Zeitgruppenschalter manuell auf Lenkzeit " " stellen.
Abb. 18:Drehfrequenzaufzeichnung
Drehfrequenzaufzeichnung auf der Rückseite
Für den EC-Tachographen gibt
es grundsätzlich zwei Schaublatt-Typen:
ohne Drehfrequenzaufzeichnung, siehe Abb. 15, Seite 12
mit Drehfrequenzaufzeichnung, siehe Abb. 18
Drehfrequenz-Geräte zeichnen auf der Schaublattrückseite uhrzeitrichtig
die Drehfrequenz (in minJN) auf.
Hinweis
Technisch bedingt wird bei den Gerätetypen 1311/1314 und 1318 bei der 1+2-Fahrer-Variante
die Drehfrequenz auf der Rückseite des Fahrer-2-Schaublatts aufgezeichnet!
Aufzeichnung Symbol Funktion
Lenkzeiten
Alle sonstigen Arbeitszeiten
Warte-, Beifahrer-, Schlafkabinenzeit während der Fahrt
Pausen und Ruhezeiten
Abb. 19: Das richtige Schaublatt
zum Tachograph
Beim Tachographen ist das Schaublatt
fahrzeugbezogen, und folglich nicht in ein anderes Fahrzeug übertragbar.
Das Schaublatt ist aus dem Tachographen spätestens zu entnehmen:
beim 1-Tag-Gerät nach 24-Stunden
beim 7-Tage-Gerät nach 7 x 24-Stunden
Zuordnung der Schaublätter zum NEG-Tachographen
Das Prüfzeichen und die Zulassungsnummer des Tachographen stehen
auf dem Typenschild.
Bei Fahrtschreibern des Typs 1308 stimmen die Zulassungsnummern der Geräte
mit denen der Diagrammscheibe überein. Bei den übrigen Fahrtschreibern
sind die Zulassungsnummern der Diagrammscheiben, die eingesetzt werden dürfen
zusätzlich im Gerät aufgedruckt. Das Prüfzeichen und die Zulassungsnummer
müssen auf dem Schaublatt aufgedruckt sein (z. B. " B144").
Außerdem muss der Messbereichsendwert von Tachograph und Schaublatt
übereinstimmen (z. B. 100 km/h).
Bei Drehfrequenz-Registrierung muss zusätzlich der Endwert für
die Drehfrequenz von EC-Tachograph und Schaublatt übereinstimmen.
(Abb. 20)
Vor der Fahrt sind einzutragen ...
1 Name und Vorname von Fahrer-1
2 Name und Vorname von Fahrer-2
Abfahrtsort
Amtliches Kennzeichen des Fahrzeugs
Einlegedatum
Kilometerstand bei Arbeitsbeginn
Nach der Fahrt sind einzutragen ...
Kilometerstand bei Arbeitsende
Gefahrene Kilometer (können eingetragen werden)
(Abb. 21)
Drehfrequenzaufzeichnung auf der Rückseite
Drehfrequenz-Geräte zeichnen auf der Schaublattrückseite uhrzeitrichtig
die Drehfrequenz (in minJN) auf.
Bei dieser Schaublattausführung können im Innenfeld die Fahrer ihre
Fahrdaten differenziert vermerken.
Messbereichsendwert beachten!
Abb. 22: Automatische Aufzeichnungen
Abb. 23: Aufzeichnungen auf dem 7-Tage-Schaublattbündel
Automatische Aufzeichnungen auf dem Schaublatt
Der Tachograph registriert keine Arbeitszeiten des Fahrpersonals, sondern nur
die Fahr- und Haltezeiten des Fahrzeugs.
(1) Geschwindigkeitsaufzeichnung
(2) Aufzeichnung der Fahr- und Haltezeiten
* Aufzeichnung mit Fahrerwechselregistrierung (Option)
(3) Wegstreckenaufzeichnung
(4) Zusatzaufzeichnung (Option)
7-Tage-Schaublattbündel
Der Ausschnitt zwischen 24:00 und 0:00 Uhr erlaubt es, die lückenlose Aufzeichnung
auf das Schaublatt des nächsten Tages fortzusetzen.
Bei täglicher Entnahme ist das Folgeschaublatt vor Fahrtbeginn im Innenfeld
korrekt zu beschriften.
Mini 1315
= Fahrer 1
= Fahrer 3 *
= Fahrer 2 *
= Haltezeit
Geschwindigkeitsaufzeichnung
Zeitgruppenaufzeichnung bei EC-Tachographen
Abb. 24: Geschwindigkeitsaufzeichnung
Durch die Auf- und Abwärtsbewegung des Schreibstiftes beim Beschleunigen
bzw. Abbremsen und dem kontinuierlichen Schaublatt-Transport durch das Uhrwerk
entsteht ein Kurvendiagramm.
Die gestrichelten Kreislinien auf dem Schaublatt erlauben das Ablesen der gefahrenen
Geschwindigkeiten zu jedem gewünschten Zeitpunkt.
Voraussetzung: Der Endmessbereich des Schaublatts muss mit dem des EC-Tachographen
bzw. Tachographen übereinstimmen.
EC-Tachographen bzw. Tachographen gibt es mit unterschiedlichen Messbereichen.
Beide Tachographen-Typen sind eichfähige Geräte (gemäß
§ 1 Eichgesetz).
Die EC-Tachographen registrieren entsprechend der EWG-Verordnung folgende fahrerbezogene
Zeiten:
= Lenkzeit
= alle sonstigen Arbeitszeiten
= Bereitschaftszeiten
(Wartezeit, Beifahrerzeit, Schlafkabinenzeit während der Fahrt)
= Pausen und Ruhezeiten
Abb. 25: EC-Automatik, Balkenaufzeichnung der Zeitgruppen
Die Automatik-EC-Tachographen zeichnen die Zeitgruppen in Form eines Balkendiagramms
auf das Schaublatt, siehe Abb. 25.
Anmerkung
Bei den einzelnen Automatik-EC-Tachographen ist die Aufzeichnung der Ruhezeit
" " innerhalb der Zeitgruppenspur unterschiedlich platziert:
Für das Auswerten der Zeitgruppen ist dies ohne Auswirkung.
Abb. 26: EC-Standard, Stufenaufzeichnung der Zeitgruppen
Die Standard-EC-Tachographen zeichnen die Zeitgruppen in Form eines Stufendiagramms
auf das Schaublatt, siehe Abb. 26.
Gerätetyp Aufzeichnung der Ruhezeit
1311 / 1314 = mittig
1318 / 1319 = variabel
1324 = unten (Grundlinie)
Aufgezeichnete Daten und Informationen
Aufzeichnung der Fahr- und Haltezeiten bei Tachographen
Wegstreckenaufzeichnung
Abb. 27: Fahr- und Haltezeiten
Abb. 28: Fahr- und Haltezeiten mit Option Fahrerwechselregistrierung
Abb. 29: Fahr- und Haltezeiten, Mini 1315
Die Tachographen registrieren die Fahr- und Haltezeiten des Fahrzeugs, siehe
Abb. 27.
Mit der Option "Fahrerwechselregistrierung" können die Fahrzeiten
von bis zu drei Fahrern unterscheidbar aufgezeichnet werden, siehe Abb. 28.
(1) Fahrer-1
(2) Fahrer-3
(3) Fahrer-2
(4) Haltezeit
Anmerkungen
Bei den Tachographentypen 1308, 1310, KTCO 1318, FTCO 1319 und MTCO 1390 verläuft
die Fahr- und Haltezeitenspur zwischen Geschwindigkeits- und Wegstreckenaufzeichnung.
Beim Mini 1315 liegt diese Spur unterhalb der Wegsteckenaufzeichnung siehe Abb.
29. Je nach Tachographentyp ist die Aufzeichnung der Haltezeit unterschiedlich
platziert:Für das Auswerten der Fahr- und Haltezeiten ist dies ohne Auswirkung.
Gerätetyp Aufzeichnung der Haltezeit
1308 / 1310
1318 / 1319
= variabel
1315 /1390 = unten (Grundlinie)
Abb. 30:Wegstrecke in Kilometer
Die Wegstreckenaufzeichnung erfolgt bei Fahrt in Form einer Zick-Zack-Linie
und bei Halt in Form einer Kreislinie. Die Unterteilung des Schreibfeldes durch
die gestrichelten Linien erlaubt das genaue Auszählen von Gesamt- oder
Teilstrecken. Für alle EC-Tachographen und Tachographen gilt: Eine vollständige
Aufwärts- bzw. Abwärtsbewegung des Wegstreckenschreibers entspricht
5 km, siehe Abb. 30.
Abb. 31:Unterbrechung der Wegstrecke bei MTCO 1324 / 1390
Anmerkung zu den Tachographentypen MTCO 1324 / 1390
Gegenüber der älteren Tachographengeneration wird die Wegstreckenaufzeichnung
(1) beim MTCO 1324 unterbrochen, wenn ...
die Zündung ausgeschaltet ist
und die Zeitgruppenschalter bei beiden Fahrern auf Ruhezeit " "
gestellt sind
und die Zusatzaufzeichnung (Option) nicht aktiv ist. Analog hierzu ist
auch das Verhalten des Tachographen MTCO 1390.
Zusatzaufzeichnung (Option)
Drehfrequenzaufzeichnung (Option)
Abb. 32: Zusatzaufzeichnung bei 1308 / 1310
Abb. 33: Zusatzaufzeichnung bei EC-Tachographen 1311 / 1314 / 1318 / 1319
Fast alle Automatik-EC-Tachographen sowie Tachographen können mit einer
zusätzlichen Schreibspur ausgestattet sein. Elektronisch angesteuert dient
die Zusatzaufzeichnung zum Erfassen von zusätzlichen Arbeitsvorgängen
am Fahrzeug.
Einige Anwendungsarten:
Aufzeichnung des Kraftstoffverbrauchs, siehe Seite 23.
Benutzung von zusätzlichen Einrichtungen, z. B. Hebebühnen,
Bohrvorrichtungen, Mischtrommeln bei Betonfahrzeugen, Pumpen bei Tank- oder
Saugwagen, Blaulicht und Martinshorn bei Polizei- und Rettungsfahrzeugen.
Benutzen von Bremsen, Betätigung der Hupe, Einschalten der Funksprechanlage,
Verwendung der Presse bei Müllfahrzeugen, Kehrfahrzeugen. Es entsteht ein
Balkendiagramm, siehe Abb. 32 und 33. Wird die angeschlossene Zusatzeinrichtung
betätigt, erscheint der schmale Balken (1). Treten gleichzeitig zwei Zusatzeinrichtungen
auf (z. B. Blaulicht und Martinshorn), wird der breite Balken (2) geschrieben.
Die dünne Grundlinie (3) erscheint durchgehend.
Anmerkung zu den Tachographentypen
MTCO 1324 / 1390 (Abb. 34)
Bei dem EC-Tachographen MTCO 1324 bzw. Tachographen MTCO 1390 gibt es bei der
Zusatzaufzeichnung (4) Abweichungen gegenüber der älteren Tachographengeneration,
siehe Abb. 34:
Es wird keine Grundlinie bei der Zusatzaufzeichnung gezeichnet.
Bei Geräten mit einem Messbereich von 20 bis 180 km/h befindet sich
die Zusatzaufzeichnung an Pos. (5), zwischen Wegstrecken- und Zeitgruppenaufzeichnung.
Anmerkung zum MTCO 1390 7-Tage-Gerät Alternativ können mit der Zusatzaufzeichnung
auch Bereiche der Drehfrequnz aufgezeichnet werden.
Abb. 35: Drehfrequenzaufzeichnung MTCO 1324 / MTCO 1390
Zusammen mit der Geschwindigkeit dient die Aufzeichnung der Motordrehfrequenz
beispielsweise zur Beurteilung der Fahrweise. Die uhrzeitrichtige Aufzeichnung
(in min1) erfolgt auf der Rückseite des Schaublatts.
Anmerkung zu den Tachographentypen MTCO 1324 / 1390
Bei dem EC-Tachographen MTCO 1324 bzw. Tachographen MTCO 1390 gibt es bei der
Drehfrequenzaufzeichnung Abweichungen gegenüber der älteren Tachographengeneration,
siehe Abb. 35:
Es wird keine Grundlinie gezeichnet und
die Markierungen (1) erscheinen bei Zündung ein / aus.
Öffnungsmarkierungen bei
den Tachographentypen 1308 / 1310, 1311 / 1314, Mini 1315 und KTCO 1318
Abb. 36:Öffnungsmarkierungen bei 1308 /1310, 1311 / 1314, 1315, 1318
Jedes Öffnen und Schließen des Gerätedeckels wird auf dem Schaublatt
durch spezielle Markierungen dokumentiert. Die Markierungen befinden sich an
folgenden Positionen:
(1) Geschwindigkeitsaufzeichnung
(2) Zeitgruppenaufzeichnung bzw. Fahr- und Haltezeiten-Aufzeichnung
(3) Wegstreckenaufzeichnung
Öffnungsmarkierung bei den Tachographentypen FTCO 1319 und MTCO 1324
/ 1390
Abb. 37:Öffnungsmarkierungen bei 1319, MTCO 1324, MTCO 1390
Jeder Auswurf des Schaublatts beim FTCO 1319 wird auf dem Fahrer-1-Schaublatt
dokumentiert.
Jedes Öffnen der Schublade beim MTCO 1324 / 1390 wird auf dem Fahrer-1-Schaublatt
dokumentiert.
Voraussetzung: die Normierung der Schreibstifte (ca. 20 Sek.) muss beendet sein.
Die Markierung (4) in Form einer dünnen Linie erscheint über
den gesamten Geschwindigkeitsbereich.
Abb. 38:Geberunterbrechungen
Bei den Tachographentypen KTCO 1318, FTCO 1319, MTCO 1324 / 1390 überwacht
die eingebaute Elektronik die Funktionen des Gerätes und der Systemkomponenten.
Störungen werden auf dem Schaublatt entsprechend dokumentiert.
Geberunterbrechung:
Sobald das Fahrzeug steht erscheint die Markierung (1), bei Fahrt erfolgt
weiterhin der normale Geschwindigkeitsauschrieb. oder
Die Markierung (2) erscheint sofort nach Auftreten der Störung und
bleibt bestehen, bis die Ursache behoben ist (Totalausfall des Impulsgebersystems).
Abb. 39: Spannungsunterbrechung
Spannungsunterbrechung:
Sobald wieder Spannung vorhanden ist, zeichnet der EC-Tachograph bzw.
Tachograph kurz nach dem Anfahren die Markierung (3) dicker Strich
auf das Schaublatt.
Anmerkung: Beim KTCO 1318 ist dies eine dünne Linie!
Abb. 40: Gerätestörungen
Gerätestörungen:
Markierung (4) Defekt im v-Schreibsystem.
Markierung (5) Defekt im Schreibsystem für die Zeitgruppen bzw.
für die Fahr- und Haltezeiten.
Markierung (6) Defekt im Schreibsystem für die Wegstrecke.
Markierung (7) Defekt im Schreiberabhebe-System beim MTCO 1324 / 1390.
Abb. 41:Handschriftliche Eintragungen
Handschriftliche Eintragungen
Die Vollständigkeit dieser Angaben sind gesetzlich vorgeschrieben und bilden
die Grundlage für eine spätere, genaue und zeitsparende Auswertung
des Schaublatts.
Abb. 42: Zeitgruppenaufzeichnung
Dauer von Arbeitszeiten und Lenkzeiten
a) Zeitgruppenaufzeichnung bei EC-Tachographen
Bei den EC-Tachographen, siehe Abb. 42, ist das Schaublatt personenbezogen.
Sämtliche Einstellungen der Zeitgruppen, wie " , , , ", die der
Fahrer während seiner täglichen Tour in verschiedenen Fahrzeugen durchgeführt
hat, sind ersichtlich.
Abb. 43: Fahr- und Haltezeiten
b) Fahr- und Haltezeiten bei Tachographen
Bei den Tachographen, siehe Abb. 43, werden die Fahr- und Haltezeiten des Fahrzeugs
dokumentiert.
Anmerkung
Falls Tachographen die Aufgabe des persönlichen Kontrollbuches übernehmen,
müssen Arbeitsbeginn (A) und Arbeitsende
(E) sowie die Ruhepausen (P) auf dem entsprechenden Schaublatt markiert sein.
Das Schaublatt ermöglicht Ihnen, den gesamten Tagesablauf mit einem Blick
zu erfassen und zu überprüfen. Die Sichtauswertung ein wenig
Übung vorausgesetzt ist eine einfache Methode die Daten zu interpretieren.
Die nachfolgenden Beschreibungen
zeigen, dass die aufgezeichneten Daten der Tachographen nicht nur die Forderungen
der Verordnung erfüllen, sondern auch eine Bewertung der Fahrweise eines
jeden Fahrers erlauben. Als verantwortlicher Unternehmer führen Sie deshalb
regelmäßig Sichtauswertungen durch, motivieren Sie ihre Fahrer zum
Einhalten der Lenk- und Ruhezeiten und zu einer wirtschaftlichen Fahrweise.
Nachfolgende Daten können Sie überprüfen, berechnen bzw. bewerten.
Aufzeichnung des Kraftstoffverbrauchs
Abb. 44:Wegstrecken ermitteln
Die Wegstreckenaufzeichnung ermöglicht das Auszählen von Gesamt- und
Teilstrecken. Der Wert zwischen zwei Spitzen entspricht einer Wegstrecke von
10 km. Durch hinzu addieren der Teilmengen, errechnet sich der Gesamtwert.
Beispiel:
2 km + (4 x10 km) + 2,5 km = 44,5 km
Abb. 45: Zusatzaufzeichnung Kraftstoffverbrauch
Der Verbrauch wird mengen- und zeitabhängig in einer zweiten Spur zwischen
Geschwindigkeits- und Wegstreckenaufzeichnung auf dem Schaublatt registriert.
Für jede verbrauchte Einheit (wahlweise 2 oder 5 Liter) erscheint eine
kurzer Strich. Nach jeweils 10 Liter erfolgt ein längerer Strich. Der registrierte
Verbrauch kann zu jeder beliebigen Strecke oder Zeiteinheit in Beziehung gebracht
werden. Im Beispiel, siehe Abb. 45, wurden für eine Wegstrecke von ca.
143,5 km ca. 50 Liter Kraftstoff verbraucht.
Merkmale für
eine wirtschaftliche Fahrweise, siehe Abb. 49:
Abgerundete Spitzen = zügige Beschleunigung bis zur wirtschaftlichen
Geschwindigkeit.
Vor dem Halt rollt das Fahrzeug aus, um dann kurz abgebremst zu werden.
Merkmale für eine unwirtschaftliche Fahrweise, siehe Abb. 50:
Nadelförmige Geschwindigkeitsspitzen bedeuten rasches Beschleunigen
mit sofort anschließendem Bremsen.
Abb. 50: Unwirtschaftliche Fahrweise
Abb. 51: Geschwindigkeitsvergleich
Geschwindigkeitsdiagramme im Vergleich
Ein Vergleich von guter und unwirtschaftlicher Fahrweise zeigt die Abb. 51.
Es handelt sich um Fahrten auf Bundes -und Landstraßen:
(A) Mustergültige, sehr wirtschaftliche Fahrweise sowohl in der Wahl der
Geschwindigkeit als auch im Beschleunigen und Bremsen.
(B) Bedingt wirtschaftliche Fahrweise, Geschwindigkeit zum Teil zu hoch und
verschiedentlich starke Beschleunigung und Verzögerung.
(C) Unwirtschaftliche Fahrweise, Geschwindigkeit zu hoch, zu starke Beschleunigung
und Bremsung.
Abb. 52: Drehfrequenzaufzeichnung
Vor allem im Stadtverkehr, wo die Geschwindigkeitsaufzeichnung nur andeutungsweise
eine Bewertung zulässt, kann die Drehfrequenzaufzeichnung eine unwirtschaftliche
Fahrweise sichtbar machen. Falsche Motordrehfrequenzen wirken sich auf die Lebensdauer
von Motor und Getriebe sowie auf einen Mehrverbrauch des Kraftstoffs aus. Die
Drehfrequenzaufzeichnung in Abb. 52 veranschaulicht die Verhältnisse beispielsweise
beim städtischen Linienbusverkehr.
Wirtschaftliche Fahrweise
Bei Fahrt (1) und (2) liegt die Höchstdrehfrequenz konstant unter 2000
min-1.
Unwirtschaftliche Fahrweise
Bei Fahrt (3) und (4) ist kaum ein Zeitgewinn zu erkennen, jedoch 40 % Mehrverbrauch
durch Überschreiten der wirtschaftlichen Drehfrequenz.
Anmerkung
Neben der beschriebenen Sichtauswertung erleichtern natürlich verschiedene
Hilfsmittel die Arbeit der Auswertung. Im Kapitel "Zubehör" sind
entsprechende Produkte, beispielsweise Auswertung per Software "KISCAN",
aufgeführt.
Das Schaublatt ein zuverlässiger
Zeuge
Abb. 53: Das Schaublatt, der zuverlässige Zeuge Irren ist menschlich Zeugenaussagen
sind nach wie vor ein wesentlicher Faktor bei der Rekonstruktion von Verkehrsunfällen.
Aber umfangreiche Untersuchungen haben ergeben, dass Aussagen auf Grund subjektiver
Beobachtungen und Wahrnehmungen oft nur Verwirrung stiften, anstatt Klarheit
bringen. Über Fragen im Zusammenhang mit einem Unfall können meist
keine konkreten Aussagen gemacht werden, beispielsweise:
Wie schnell fuhren die kollidierten Fahrzeuge?
Ab welchem Zeitpunkt und wie stark wurde abgebremst?
Wie war der Fahrverlauf kurz vor dem Unfall oder zu einem anderen interessierenden
Zeitpunkt?
In diesem Fall, leistet der Tachograph als neutraler Zeuge wichtige Dienste:
Die Aufzeichnungen der Schaublätter sind zuverlässig und nicht von
unsicheren Faktoren abhängig.
Abb. 54:Mikroskopische Auswertung
Langjähriges know how durch Experten
Seit dem Jahr 1953 führen Experten mikroskopische Auswertungen der Schaublätter
für die Unfallrekonstruktion durch. Bereits über 125.000 gerichtsverwertbare
Gutachten wurden in unserem Haus erstellt. Siemens VDO Automotive hält
die Qualität der Tachographen und Schaublätter auf einem Höchstmaß.
Die Auswerteverfahren sowie die dazugehörenden Hilfsmittel werden ständig
weiterentwickelt. Die Auswerteergebnisse sind abhängig von folgenden Faktoren:
der Aufzeichnungsqualität
der Qualität der Tachographen und der Schaublätter
den zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln
der Erfahrung des Auswertepersonals.
Das Aufrüsten des Auswerte-Mikroskops, siehe Abb. 54, mit zusätzlichen
Impulsgebern für die Zeit- und Geschwindigkeitsmessung und der Einsatz
von PC, Digitalkamera und Laserdrukker ermöglichen eine optimale Darstellung
der Auswerte-Ergebnisse nach verschiedenen Gesichtspunkten.
Das mikroskopische Auswerteverfahren
Abb. 55:Mikroskopisches Auswerteverfahren
Auswertemethode
Die zeitabhängigen Geschwindigkeitsaufzeichnungen werden unter dem Mikroskop
mit Hilfe einer Bezugslinie sekundengenau ausgemessen und an den Computer übermittelt.
Aus den beiden Komponenten Geschwindigkeit in m/s und Zeit in Sekunden, lassen
sich die Einzelwegstrecken und die mittleren Beschleunigungswerte errechnen,
siehe Abb. 55.
Abb. 56: Auflichtverfahren
Selbst bei überschriebenen oder beschädigten Schaublättern können
durch das Auflichtverfahren, siehe Abb. 56, optimale Auswertungen erfolgen.
Zusätzlich zu einem schriftlichen Gutachten gehört die 10-fache Ausschnittsvergrößerung
des betreffenden Fahrtabschnittes, die Tabelle, in denen die Messwerte festgehalten
sind, und die zugehörigen Diagramme.
Abb. 57:Geschwindigkeitsverlauf mit Anfangs- und Endmesspunkt
Ein Beispiel demonstriert die Möglichkeiten des mikroskopischen Auswerteverfahrens:
Im Zusammenhang mit einem Unfall, an dem ein Lkw und ein Kind auf einem Fahrrad
beteiligt waren, wurde das Schaublatt mikroskopisch aufgewertet und der Geschwindigkeitsverlauf
während der letzten 475 Meter vor dem unfallbedingten Stillsetzen des Lkw
ermittelt.
Abb. 57 zeigt die 10-fache Ausschnittsvergrößerung der Geschwindigkeitsaufzeichnung
mit dem Anfangs- und Endmesspunkt.
Abb. 58: Tabelle mit Einzelwerten
Die Tabelle mit Einzelwerten enthält folgende Daten:
Spalte 1: Geschwindigkeit in km/h
Spalte 2: Geschwindigkeit in m/s
Spalte 3: Mittlere Geschwindigkeit in m/s aus der Geschwindigkeit der vorhergehenden
Zeile und aus der aktuellen Zeile berechnet
Spalte 4: Zeit in Sekunden
Spalte 5: Zeitsumme
Spalte 6: Einzelwegstrecke in Meter
Spalte 7: Aufsummierte Strecke in Fahrtrichtung
Spalte 8: Aufsummierte Strecke entgegen der Fahrtrichtung
Spalte 9: Mittlerer Beschleunigungswert berechnet aus:
(Spalte 2 vorhergehende Zeile minus Spalte 2 der aktuellen Zeile) dividiert
durch Spalte 4 der aktuellen Zeile
Abb. 59: Geschwindigkeitswegdiagramm
Geschwindigkeitswegdiagramm
Maßstab auf der Y-Achse: 1 mm 1 km/h
Maßstab der X-Achse: 1 mm 2,5 m
Die Wegstrecken werden in unterschiedlichen Maßstäben dargestellt
(abhängig von der ausgemessenen Gesamtstrecke), jedoch max. 1 mm 10 m.
Bei diesem Maßstab können max. 2000 Meter dargestellt werden. Ist
die Gesamtstrecke länger als 2000 m, so werden Folgeblätter ausgegeben.
Abb. 60: Geschwindigkeitszeitdiagramm
Geschwindigkeitszeitdiagramm
Maßstab auf der Y-Achse: 1 mm 1 km/h
Maßstab auf der X-Achse: 10 mm 1 s
Dargestellt werden max. die letzten 20 Sekunden.
Abb. 61: Zeitwegdiagramm
Zeitwegdiagramm
Maßstab auf der Y-Achse: 10 mm 1 s
Maßstab auf der X-Achse: 1 mm 1 m
Maximal 16 Sekunden bzw. maximal 200 Meter werden dargestellt.
Toleranzen bei der mikroskopischen Auswertung
Fehlergrenze Geschwindigkeit
Die vom Gesetzgeber zugelassenen Fehlergrenzen sind im Anhand I der VO (EWG)
3821/85, Ziffer III f definiert.
Folgende Abweichung ist von der tatsächlichen Geschwindigkeit zulässig:
Vor dem Einbau: ± 3 km/h
Beim Einbau: ± 4 km/h
Im Betrieb: ± 6 km/h
Demzufolge darf das gesamte Tachographensystem in einem Fahrzeug, einschließlich
Unsicherheiten durch Abrieb der Reifen und wechselnder Beladung, einen maximalen
Fehler von ± 6 km/h in der Geschwindigkeitsaufzeichnung und in der Geschwindigkeitsanzeige
aufweisen.
Der tatsächliche Fehler eines Tachographensystems ist bei Bedarf für
jedes Fahrzeug wie folgt gesondert zu bestimmen:
1. Wegdrehzahl/Wegimpulszahl w ermitteln
2. Angleichung überprüfen
3. Genauigkeit des Tachographen überprüfen
Soweit es sich um ein fahrtüchtiges Fahrzeug handelt, kann "w"
durch Abrollen des Fahrzeugs auf einer Messstrecke oder auf einem Rollenprüfstand
ermittelt werden.
In jedem Fall kann der Eigenfehler des Tachographen nach Ausbau aus dem
Fahrzeug auf einem geeigneten Prüfstand ausgemessen werden. Die
vom Gesetzgeber zugelassenen Fehlergrenzen dürfen auf keinen Fall mit den
tatsächlich vorhandenen Messfehlern verwechselt werden. Die tatsächlich
vorhandenen Messfehler sind wegen der nach § 57 b StVZO spätestens
nach 2 Jahren erfolgenden Überprüfung des Tachographensystems wesentlich
kleiner als die gesetzlichen Fehlergrenzen und betragen im Betrieb ±
3 km/h.
Fehlergrenze Zeit
Die Fehlergrenze Zeit hängt von der Aufzeichnungsqualität des Tachographen
und dem Schaublatt ab. Sie beträgt bei einwandfreien Aufzeichnungen ±
0,5 Sekunden. Systembedingt können die Zeitdifferenzen zwischen zwei Messpunkten
nur in vollen Sekunden ermittelt werden. Das bedeutet: Änderungen in der
Beschleunigung, die sich über einen Zeitraum von weniger als 1 Sekunde
erstrecken, können nicht erkannt werden. Die angegebenen Beschleunigungswerte
sind deshalb Mittelwerte, die teilweise stärker bzw. schwächer gewesen
sein können.
Aufzeichnung kleiner Geschwindigkeiten
Der Anfangsmesswert, also der Wert, ab dem die Geschwindigkeit registriert wird,
hängt vom Messbereichsendwert ab: Das bedeutet: Geschwindigkeiten unter
dem Anfangswert registriert der Tachograph nicht. Deshalb können Fahrzeugbewegungen
mit geringen Geschwindigkeiten über wenige Meter anhand der Geschwindigkeitsaufzeichnung
nicht festgestellt werden. Bei längeren Strecken mit geringen Geschwindigkeiten,
kann eine Fahrzeugbewegung anhand der Wegstrekkenaufzeichnung (ab ca. 30 Meter)
und der Zeitgruppenaufzeicnung (ab ca. 10 Meter) festgestellt werden.
Rückwärtsfahrt
Bei elektronisch angetriebenen Tachographen (mit Impulsgeber) werden Rückwärtsfahrten
wie Vorwärtsfahrten aufgezeichnet. D. h., es findet eine Geschwindikeitsaufzeichnung
statt, sofern die Geschwindigkeiten über dem Anfangsmesswert liegen.
Geschwindigkeitsaufzeichnung begrenzen
Abb. 62: Geschwindigkeitsaufzeichnung begrenzt
Erkennungsmerkmale
Die Geschwindigkeitsaufzeichnung verläuft über einen längeren
Zeitraum ohne erkennbaren Ausschlag.
Gegebenenfalls sind die unteren Spitzen der Wegstreckenaufzeichnung nicht
korrekt gezeichnet.
Mögliche Manipulationen
Einklemmen eines Gegenstandes in die Schreibstiftführung (z. B.
Schaumstoff, Kaugummi, etc.)
Begrenzung durch einen Gummiring, der beispielsweise um die Schreibstifte
geschlungen wird.
In diesem Fall sind die unteren Spitzen der Wegstreckenaufzeichnung nicht
korrekt.
Auflegen einer präparierten Schablone, als Anschlag für den
Geschwindigkeits-Schreibstift.
Hemmung des Geschwindigkeitszeigers durch eine Nadel oder ähnlichen
Gegenstand, welcher durch die Glasabdeckung des Tachographen eingebracht wird.
Das für das Einführen der Nadel verursachte Loch in der Glasabdeckung
wird durch Aufkleber oder vergleichbares kaschiert.
Durchschnittsgeschwindigkeit
anhand der Wegstreckenaufzeichnung und der Fahrtdauer errechnen.
Formel: vD = Wegstrecke / Zeit
Die Durchschnittsgeschwindigkeit übersteigt bei einer Manipulation
die registrierte Geschwindigkeit.
Technische Ursachen
Das Fahrzeug ist mit einem Tempomat oder Geschwindigkeitsbegrenzer ausgerüstet.
Technischer Defekt des Schreibsystems.
Schreibstift für Geschwindigkeit verbiegen
Abb. 63: v-Schreibstift verbogen
Erkennungsmerkmale
Die Geschwindigkeitsaufzeichnung verläuft bei Stillstand des Fahrzeugs
auffallend deutlich unterhalb oder oberhalb der "Null-Linie".
Beim Stufendiagramm (Standard-ECTachograph) können sich die Geschwindigkeitsaufzeichnung
und die Zeitgruppenaufzeichnung in Stellung "Lenkzeit" berühren.
Mögliche Manipulationen
Verbiegen des Schreibstiftes für die Geschwindigkeitsaufzeichnung:
nach unten, zur Gerätemitte hin
oder nach oben, zur Geräteaußenseite hin.
Nachweis der Manipulation
Geschwindigkeitsaufzeichnung zu tief (Schreibstift für Geschwindigkeit
nach unten verbogen):
Mit der Prüfschablone die Geschwindigkeitsaufzeichnung prüfen.
Errechnen der tatsächlichen Durchschnittsgeschwindigkeit anhand
der Wegstreckenaufzeichnung und der Fahrtdauer.
Geschwindigkeitsaufzeichnung zu hoch (Schreibstift für Geschwindigkeit
nach oben verbogen):
Errechnen der tatsächlichen Durchschnittsgeschwindigkeit.
Bitte beachten: Der Tachograph zeichnet erst ab dem Anfangsmesswert auf.
Technische Ursache
Die Einstellung des Schreibstiftes für die Geschwindigkeit liegt
außerhalb des Toleranzbereiches (± 3 km/h).
Der Deckel des Tachographen war nicht vollständig geschlossen.
Die Schreibstifte liegen schräg oder teilweise überhaupt nicht
auf dem Schaublatt auf. Deshalb können Aufzeichnungen teilweise fehlen,
nach unten versetzt sein oder die Strichstärke kann schwächer sein.
Der Tachograph meldet diesen Zustand: die Funktionskontrolle leuchtet.
verbogen richtig
Uhrzeit verstellen
Abb. 64:Uhrzeit zurückgedreht
Erkennungsmerkmale
Hinweis auf zurückgedrehte Uhrzeit: Eine Doppelaufzeichnung bei
der Geschwindigkeits- und Wegstrekkenaufzeichung ist ersichtlich, siehe Abb.
64.
Hinweis auf vorgedrehte Uhrzeit: Unbegründete Öffnungsmarkierungen,
siehe Abb. 65, zwischen den normalen Aufzeichnungen. Eventuell sind die Grundlinien
von Hand nachgezeichnet. Abb. 65: Uhrzeit vorgedreht Mögliche Motive für
Manipulationen
Uhr zurückdrehen.
Eine "zu lange Pause" sollte mit Fahrtaufzeichnungen aufgefüllt
werden.
Uhr vordrehen.
Eine "nicht durchgeführte Pause" soll vorgetäuscht
bzw. verlängert werden.
Nachweis der Manipulation
Doppelaufaufzeichung, obwohl das Schaublatt nicht länger als 24
Stunden im Kontrollgerät eingelegt war.
Die eingestellte Uhrzeit am Tachographen stimmt nicht.
Technische Ursache
Fehlende Aufzeichnung oder Teilaufzeichnung bei nicht ganz geschlossenem
Tachographendekkel.
Korrektur der Uhrzeit, beispielsweise Umstellung auf Beginn oder Ende
der Sommerzeit.
Hinweis auf Art. 16 (2) der EWG-VO 3821/85: Der Fahrer ist verpflichtet, bei
Kenntnis eines Defektes am Tachographen, diesen Umstand handschriftlich auf
der Schaublattrückseite zu dokumentieren! Handgefertigte Aufzeichnungen
Abb. 66:Handgefertigte Aufzeichnungen
Erkennungsmerkmale
Unregelmäßige, untypische Aufzeichnung, die sich sichtlich
von der automatischen Aufzeichnung abhebt und auch in der Linienstärke
abweicht.
Zusätzlich (i. d. R. untypisch) ist die Grundlinie unter der Geschwindigkeitsaufaufzeichnung
vorhanden und/oder die Wegstreckenaufzeichnung fehlt.
Mögliche Manipulationen
Nachträgliche Handeintragungen durch den Fahrer eventuell unter
Benutzung von Schablonen und sonstigen Zeichengeräten.
Nachweis der Manipulation
Die manipulierte Geschwindigkeitsaufzeichnung hebt sich optisch gegenüber
der automatischen Aufzeichnung ab.
Vergleich der aufgezeichneten Wegstrecke mit den tatsächlich zurückgelegten
Kilometern.
Technische Ursache
Der entsprechende Schreibstift hat zuviel Spiel.
In diesem Fall weist aber die gesamte Geschwindigkeitsaufzeichnung einen
zittrigen Verlauf auf.
Öffnungsmarkierungen
Unterbrechung der Stromzufuhr / Impulsgeberleitung
Abb. 67: Unterbrechung der Stromzufuhr während der Fahrt
Abb. 68: Unterbrechung der Impulsgeberleitung während der Fahrt
Anmerkung
Die elektronischen Tachographen verfügen über zwei separate, voneinander
unabhängige Stromkreise:
für den Antrieb der Schaublattaufnahme (Uhr)
für die Steuerung der Schreibsysteme.
Erkennungsmerkmale beim Tachographentyp 1314
1. Nach einer fahrtypischen Aufzeichnung verläuft die Geschwindigkeitsaufzeichnung
auf gleichbleibender Höhe (vgl. Abb. 67), während die Wegstreckenaufzeichnung
einen Fahrzeugstopp aufzeichnet.
2. Zeitloser Geschwindigkeitsabfall beim Pausenbeginn und zeitloser Anstieg
am Ende der Pause, siehe Abb. 68.
3. Fehlen der Aufzeichnungen zum Zeitpunkt der Kontrolle. Sämtliche Schreibstifte
registrieren Fahrzeugstillstand, obwohl das Fahrzeug bewegt wurde.
4. Sämtliche Schreibstifte bewegen sich auf einer Stelle, wodurch nach
einiger Zeit die Registrierschicht auf dem Schaublatt aufbricht.
Mögliche Manipulationen
Zu Punkt 1: Die Stromzufuhr (Kl. 15) für die Steuerung der Schreibsysteme
wurde während der Fahrt unterbrochen das Schaublatt wird nicht weiter
transportiert.
Zu Punkt 2: Die Impulsleitung wurde während der Fahrt unterbrochen.
Der Schreibstiftschlitten für Geschwindigkeit fällt ab und
bleibt in Ruheposition stehen.
Sobald die Impuslgeberverbindung wieder hergestellt ist, wird die Geschwindigkeitsaufzeichnung
fortgesetzt.
Zu Punkt 3: Unterbrechung der Impulsgeberverbindung oder der Stromzufuhr
(Kl. 15) zum Tachographen.
Zu Punkt 4: Unterbrechung der Stromzufuhr für den Antrieb der Schaublattaufnahme
(Uhr).
Nachweis der Manipulation
Überprüfen der Verkabelungen, Plomben und Sicherungen auf eventuelle
Eingriffe.
Überprüfen des Stromkreises für den Antrieb der Schaublattaufnahme
(Uhr).
Vergleich der aufgezeichneten mit der tatsächlich zurückgelegten
Wegstrecke (Ermittlung anhand der Ladepapiere, des Fahrtenbuches oder des Fahrauftrages.)
Es sollte sich eine erhebliche Diskrepanz ergeben.
Technische Ursache
Defekt an der Strom- oder/und Impulsgeberleitung, beispielsweise Wackelkontakt,
oxidierte Kontakte, unterbrochene Verbindungsleitungen oder defekte Sicherungen.
Erkennungsmerkmale bei den Tachographentypen 1318 / 1319 / 1324 / 1390
Abb. 70:Unterbrechung der Geberleitung Typ 1318 / 1319 / 1324 und 1390
1. Unterbrochene Stromzufuhr, siehe Abb. 69:
Sämtliche Aufzeichnungen fehlen.
Der Transport der Schaublattaufnahme (Uhr) steht.
Bei wiederhergestellter Stromzufuhr zeichnet der Geschwindigkeits-Schreibstift
kurz nach dem Anfahren einen dicken Strich (1) von der "Null-Linie"
bis zum Endbereich auf das Schaublatt (beim KTCO 1318, dünner Strich).
2. Unterbrochene Impulsgeberleitung(en), siehe Abb. 70: Unterbrechungen der
Übertragungsstrecke Impulsgeber